Barrique oder Holzchips?

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Aromen von Vanille, Kaffee, Karamell steigen beim Weingenuss einem häufig vom Glas in die Nase. Aha, der Wein wurde im Barrique ausgebaut! Wirklich? Oder irrt sich die Nase? Rotweine mit Holzfassnote sind nun einmal beliebt. Sie kann vom echten Barrique stammen, oder nur von Holzchips, die in den Wein gegeben wurden. Lässt sich der Unterschied erkennen, und sind echt im Barrique gereifte Weine wirklich besser? Das Wort „Barrique“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „Fässchen“. Gemeint ist ein Holzfass von ca. 225 bis 230 Liter Inhalt, in der Regel aus Eichenholz. Das Geheimnis ist, Holz lässt in geringen Mengen Sauerstoff hindurch, und so reift der Wein schöner als im Tank. Da helfen keine Chips. Und das merkt ein verwöhnter Gaumen. Ein Eichenfass ist teuer, kostet um 700 bis 800 Euro. Eichenchips dagegen kosten nur 7 bis 20 Euro pro Kilo. Diese Schnipsel in Größe eines 10 Cent-Stückes bis hin zur Sägespänen können in Menge und Feinheit je nach gewünschtem Ton in den Tank gegeben werden. So lassen sich auch Weine von geringerer Qualität billig „im Barrique“ ausbauen. Das Schönste ist, es ist erlaubt! „Seit Herbst 2006 ist die Zugabe von Eichenchips in der EU einheitlich geregelt - bei Prädikatsweinen in Deutschland jedoch nicht erlaubt“, erklärt Jürgen Sigler vom Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg. Eins hilft: Ein Wein darf, wenn auf dem Etikett „Barrique“ oder „Holzfass ausgebaut“ steht, keinen Chip gesehen haben. Und gute Winzer zählen bei edlen Tropfen nach wie vor auf echten Barrique-Ausbau wie zum Beispiel beim 2006 Cabernet Carbon trocken Erzeugerabfüllung der Baden-Badener Winzergenossenschaft.