Deutschlands demografische Zukunft sieht nicht rosig aus

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Dr. Reiner Klingholz vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (www.berlin-institut.org) hat im Rahmen Brau Beviale in Nürnberg interessante Aspekte zum Thema "Deutschlands demografische Zukunft" vorgetragen. Infodienst.de; "Getränke-Newsletter online" hat schon mehrfach über das Thema berichtet. Deutschland ist das mit Abstand bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union. Seit Ende des Zweiten Weltkrieges ist die Zahl der Einwohner von damals 68 Millionen auf 83 Millionen angewachsen. Nun hat unaufhaltsam der Schrumpfungsprozeß begonnen. Statt einer durchschnittlichen Kinderzahl von 2,1 je Frau, die nötig wäre, um die Bevölkerung langfristig stabil zu halten, erreicht das Land laut Dr. Klingholz seit 10 über 30 Jahren die Werte längst nicht mehr. Sie liegen bei unter 1,4. Jede Kindergeneration ist um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern. Kamen in den 1960er Jahren noch über 1,3 Millionen Kinder im Jahr zur Welt, sind es heute nur noch 700.000. Dass wir von diesem Geburtendefizit bisher wenig gespürt haben, hat nach Dr. Klingholz Untersuchungen zwei Gründe: Zum einen der Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung seit 1970 um etwa zwölf Jahre. Zum anderen leben heute ungefähr 15 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland. Doch seit 2003 lassen sich die Defizite nicht mehr kompensieren. Selbst bei einer durchschnittlichen jährlichen Netto-Zuwanderung 20 von 200.000 Personen würde die Einwohnerzahl Deutschlands bis zum Jahr 2050 auf etwa 75 Millionen zurückgehen. Andere Experten rechnen mit dieser Zahl schon in weniger als 20 Jahren. Vor allem im Osten gibt es einen massiven Geburteneinbruch in den neuen Bundesländern, nicht zuletzt durch die Abwanderung von etwa 1,7 Millionen, vorwiegend jungen Menschen. Ein Trend, der sich ungebremst fortsetzt. Wo heute die Jungen fehlen, können morgen keine Familien gegründet werden. Auch der Westen hat bereits seine Schwundzonen. Deutlich vor allem in Regionen, wo alte Industrien wie Bergbau oder Schwerindustrie, Möbel- oder Porzellanproduktion prägend waren. Das Ruhrgebiet ist heute bereits der rentnerreichste Großraum Deutschlands mit fehlendem Nachwuchs. Mit Wachstum rechnen können nach Dr. Klingholz derzeit nur wichtige Metropolregionen wie München oder Hamburg, das Main-Neckar- und das Rhein-Main-Gebiet. Da bleiben selbst die Hauptstadt Berlin und die Medien-Kultur-Stadt Köln außen vor.