10 Mythen über Schnaps

Noch immer geistern sie umher, Mythen rund um das Thema Obstbrände. Brennen muss ein Obstbrand, am besten trinkt man ihn eiskalt und hergestellt wird er sowieso nur aus billigen Früchten. Weit gefehlt. Die Emil Scheibel Schwarzwald-Brennerei räumt endlich mit den 10 gängigsten Mythen rund um das Thema Obstbrand auf. Hier die Mythen und Antworten darauf:
1. Obstbrände werden aus billigen Früchten hergestellt.
Auch bei den Obstbränden gilt: Nur wer Gutes hineingibt, bekommt auch etwas Gutes dabei heraus. Deshalb setzt die Qualitätskontrolle bereits beim Fruchteinkauf an.
2. Obstbrände brennen im Abgang, das muss so sein.
Ein Obstbrand sollte definitiv nicht brennen oder scharf schmecken, denn dann wurde Vor- und Nachlauf bei der Destillation nicht sauber vom so genannten Herzstück abgetrennt. Ein guter Obstbrand hat eine milde Fruchtigkeit und wärmt angenehm.
3. Brand, Wasser und Geist ist doch alles das Gleiche.
Das stimmt nicht ganz, hier gibt es kleine, feine Unterschiede: Für einen Obstbrand oder ein Obstwasser werden die Früchte eingemaischt und zweifach destilliert. Von Brand spricht man, wenn Kernobstfrüchte wie Birnen oder Äpfel verwendet werden, bei Steinobstfrüchten wie Kirschen ist von Wasser die Rede. Zuckerarme Früchte wie z. B. Himbeeren werden nicht eingemaischt, sondern mehrere Tage in Alkohol eingelegt. Das so genannte Mazerat wird später einfach destilliert und heißt dann Geist.
4. Obstbrände werden besser, je länger sie lagern.
Grundsätzlich ist es so, dass die Lagerung ein wichtiger Schritt im Herstellungsprozess ist, denn hier kommen die Destillate zur Ruhe, werden milder und können, je nach Lagermethode, auch neue Aromen ausbilden. Kirschwasser kann man problemlos über Jahre lagern. Andere Destillate wie z. B. Williams sollte man nicht zu lange lagern, da sich die feinen Fruchtaromen mit der Zeit verflüchtigen können.
5. Obstbrände trinkt man in der Regel kalt.
Kalt auf keinen Fall, kühl ja – denn man möchte die Aromen ja nicht einfrieren. Die ideale Trinktemperatur für die meisten Edelbrände liegt deshalb bei 15-18°C.
6. Obstbrände sind nur etwas für ältere Menschen.
Ganz und gar nicht! Die Sortimente der Hersteller haben sich um viele verschiedene Obstbrand-Varianten erweitert und der Endverbraucher hat heute eine große Auswahl an Edelbränden neben den Klassikern wie Kirschwasser oder Williams. So gibt es bei den Obstbränden aromatisch gesehen viel mehr zu entdecken als in anderen Spirituosen-Gattungen, ein gutes Beispiel ist hier die Scheibel Premium Moor-Birne.
7. Obstbrände trinkt man auf einen Zug.
Die Trinkkultur hat sich verändert. Wo früher noch „Schnaps“ typischerweise als „Absacker“ nach dem Essen gekippt oder mit vermeintlich medizinischem Hintergrund getrunken wurde, steht heute der Genuss im Vordergrund.
8. Obstbrände trinkt man aus einem kleinen Stamperl.
Das war einmal. Dem Wandel der Trinkkultur geschuldet, sind die dickwandigen Stamperl in der Zwischenzeit dünnwandigen Aromagläsern gewichen.
9. Obstbrände trinkt man nach dem Essen.
Ein feiner Obstbrand nach dem Essen ist der gelungene Abschluss eines Menüs. Aber haben Sie schon mal ein Menü mit Obstbränden begleitet? Wenn ein Koch sich Gedanken über die Harmonie der einzelnen Zutaten auf dem Teller macht und ein Menü zusammenstellt, dann sollte sich die Idee auch im Glas fortsetzen. Gerade Edelbrände bieten hier ein besonders breites Spektrum an Aromen, was sie zu perfekten Menübegleitern macht.
10. Nicht jedes Schwarzwälder Kirschwasser kommt aus dem Schwarzwald.
Wo Schwarzwälder Kirschwasser draufsteht, ist auch definitiv Schwarzwälder Kirschwasser drin. Denn es handelt sich hierbei um eine gesetzlich geschützte Herkunftsbezeichnung. Auch die Brennerei selbst muss ihren Sitz im Schwarzwald haben und das Produkt dort herstellen. Ein Mindestgehalt von 40% Vol. ist vorgeschrieben und die Zugabe von Zucker untersagt.

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