Herzensbrecher Pinot Noir

Wussten sie schon… Man geht davon aus, dass Pinot Noir bereits Mitte des 19. Jahrhunderts in Kalifornien gepflanzt wurde. Doch kann ein Hollywood Streifen die Weinwelt nachhaltig beeinflussen? Die Weinfachwelt schüttelt hier wohl zunächst den Kopf. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist es anders gekommen. Wo sonst? Zwar hatte der kapriziöse Pinot Noir lange vor „Sideways“ eine tragende Rolle im kalifornischen Weinbau gespielt. Doch seit der schwärmerischen Liebeserklärung des pinotphilen Anti-Helden Miles, die nun mehr als ein Jahrzehnt zurückliegt, hat der Pinot Noir in Kalifornien eine dramatische Entwicklung durchgemacht – dramatisch im durchweg positiven Sinne. Kaliforniens Winzer beweisen immer wieder, dass ihre besten Pinots keinen weltweiten Vergleich scheuen müssen. Zahlreiche Weingüter bringen heute ganz unterschiedliche Pinot-Stile hervor. So überraschen die „Neuen“ durchweg durch vernünftig niedrige Alkoholwerte, die dem Pinot gutstehen. Die Frische, Frucht und Verve der Rebsorte nicht zu überlagern, ist höchstes Ziel. Auch die Methode Whole Bunch, also die Verwendung der Rappen während der Weinbereitung, spielt für viele Winzer, die zumeist auch nachhaltig im Weinberg arbeiten, dabei wieder eine große Rolle. Frei von Konvention und Tradition haben sie getüftelt, experimentiert und wurden immer besser. Bei einem waren sie sich immer sicher und einig. Durch das pazifisch kühle Klima gibt es gerade in Kalifornien einige Appellationen und außergewöhnliche Weinbergslagen, die erstklassig für den Anbau der diffizilen Rebsorte geeignet sind. Anderson Valley, Carneros, Russian River Valley, Santa Barbara County, Santa Lucia Highlands und Sonoma Coast bringen hochwertige Pinot Noirs hervor, deren Trauben in überraschend kühlen Klimata gedeihen konnten. Heute ist der Pinot Noir mit 18.000 Hektar immerhin die drittwichtigste Rebsorte im Golden State. Und das Ende der Fahnenstange ist für die Ambitionierten noch immer nicht erreicht. Unser aktueller Tipp lautet: 2016er Meiomi Pinot Noir, eine Cuvée aus drei Weinbergslagen vom Weingut Belle Glos, sechs Monate in französischer Eiche gelagert, erhältlich bei Westcoastwine.de für circa 30 Euro. Am 12. März 2018 präsentieren übrigens knapp 200 Weingüter aus Kalifornien in Hamburg ihre Weine im Hotel Atlantic – für Fachbesucher ab 14 Uhr (Anmeldung unter www.californiahamburg2018.de).

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