Reh Kendermann legt im Inland deutlich zu

Deidesheim: Die Reh Kendermann Weinkellerei GmbH in Bingen schließt das zurückliegende Geschäftsjahr (1. Juli 2016 bis 30. Juni 2017) erfolgreich ab: Der Umsatz stieg um 5,4 Prozent auf 73 Mio. Euro an. Besonders positiv entwickelte sich das Geschäft im Inland mit +12 %. auf nunmehr 55 Prozent Anteil am Gesamtgeschäft. Im Export in 30 Länder weltweit machten sich vor allem die Turbulenzen um den Brexit bemerkbar. Noch heute ist die Kellerei in Familienbesitz von Andrea und Carl Reh – mittlerweile in der dritten Generation. Reh Kendermann ist eine der modernsten Weinkellereien Deutschlands und führend in der Konzeption und Produktion von Markenweinen und Premium-Own-Label Produkten. Sie war die erste Kellerei, die Weine temperaturkontrolliert vergoren hat. Zudem ist sie der größte Exporteur für Markenweine aus Deutschland. Zu diesen zählt auch Black Tower, die erfolgreichste Weinmarke aus Deutschland im Ausland mit aktuell ca. 14 Mio. verkauften Flaschen weltweit. Mit der Einführung von Black Tower Sparkling Ice, dem ersten veganen und biologisch ausgebauten Schaumwein, ist es gelungen, die Marke für neue Zielgruppen zu öffnen. Reh Kendermann vertreibt exklusiv zudem die Marke Espiritu de Chile und die international erfolgreichen Lindeman’s Weine aus Australien sowie seit Juli 2017 die Weine und Schaumweine der italienischen Marke Canti. Ende 2015 hat sich Reh Kendermann mehrheitlich an Yapp Brothers, einem Spezialisten für Rhône-Weine und andere Herkünfte, beteiligt. Am Standort Oprisor, im Südwesten Rumäniens, stehen 252 Hektar Rebfläche im Ertrag mit Val Duna – aus der eigenen Weinkellerei im Lande. Im April 2017 hat die Reh Kendermann zudem das südafrikanische Weingut Napier Vineyards übernommen. Auf rund 90 ha Rebfläche werden in Wellington und Paarl hochwertige Manufakturweine, darunter ein Bordeaux Blend „Red Medallion“, produziert. Der weltweite Vertrieb wird von Bingen organisiert, der Hauptsitz der Reh Kendermann GmbH Weinkellerei mit Geschäftsleitung, Vertrieb, Verwaltung, Kellerei, Abfüllung und Weinlager. Eine Innovation jüngster Zeit ist Strandgut – die erste Schorlemarke in der Schlegel- und 0,275-Milliliter-Longneck-Flasche. Bei Reh Kendermann schaut man demnach zufrieden auf das abgeschlossene Geschäftsjahr 2016/2017. Ein knapp zweistelliges Absatzplus bedeuten insgesamt 35,8 Mio. Liter Absatz. „Wir freuen uns sehr über das erfolgreich abgeschlossene Geschäftsjahr. Das Ergebnis zeigt, dass wir mit unserer Strategie, uns sowohl im Inland als auch im Ausland mit einem ausgewogenen Portfolio aus eigenen Marken und Konzepten für den Handel aufzustellen, den richtigen Kurs eingeschlagen haben“, so Geschäftsführer Alexander Rittlinger (Foto). Unangefochtene Nummer eins unter den Zielländern ist das Vereinigte Königreich, gefolgt von Schweden und Kanada. Trotz hervorragenden Absatzsteigerungen im immer bedeutender werdenden skandinavischen Raum (+8,9 Prozent) und China (+15,5 Prozent) ging der Umsatz im Export im abgeschlossenen Geschäftsjahr insgesamt um zwei Prozent leicht zurück. Rittlinger führt dies vor allem auf den Brexit im wichtigen Markt UK zurück: „Währung und Preise standen enorm unter Druck, der Handel veränderte sich durch den Eintritt der deutschen Discounter. Umlistungen, Sortimentsbereinigungen und Preisanpassungen waren an der Tagesordnung.“ Entsprechend musste Reh Kendermann in UK/Irland ein Absatzminus von 3,7 Prozent hinnehmen. Die generelle Entwicklung deutscher Weine im Ausland treibt Rittlinger weiter um: „Wein aus Deutschland verliert im Ausland allgemein an Zustimmung. Sie gelten oft als zu süß, kompliziert und dadurch nicht mehr zeitgemäß. Auch bei der Ausstattung, also Etikett und Design, hinkt Deutschland anderen Herkünften hinterher.“ Noch kein Geschäft ist für Kendermann der Online-bereich. „Hier lernen wir derzeit in England mit Yapp“, so Rittlinger, der das Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet weiß. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurden rund 5,5 Mio. Euro unter anderem in die modernste Abfüllanlage der EU oder sogar der Welt investiert. Die Kapazität auf 2 Linien liegt nun seit Oktober bei 24.000 Flaschen die Stunde. Zwei neue Abschieber mit Anti-Flaschenbruch-Modul verhindern Glasbruch und Schraubverschlüsse können nun in 360° Kontrolle überwacht werden. Insgesamt lassen sich eigene Produktionen und Lohnfüllungen effizienter und in größerem Umfang realisieren. Mit der neuen Anlage ist das Unternehmen (www.Reh-Kendermann.de) auch bestens vorbereitet für die Erzeugnisse des neuen Jahrgangs. Dieser verhältnismäßig kleine Jahrgang stellt jedoch alle Marktbeteiligten vor Herausforderungen, die weit ins Jahr 2018 andauern werden. Rittlinger wagt eine Prognose: „Die Natur ist nicht beeinflussbar, doch durch die Spekulation um Weinpreise und die mangelnde Abgabebereitschaft von Most durch die Winzer während der Ernte wird eine weitere künstliche Verknappung geschaffen.“ -hlw