Gestern hat Konzentratespezialist Wild aus Eppelheim bei einer Einweihungsfeier einer neuen Prozesswasseraufbereitungsanlage (PWA) unter Beweis gestellt, dass Ökologie und Ökonomie durchaus im Einklang zueinander stehen. Geschäftsführer Thomas Eller, der derzeit das Familienunternehmen auf den in 2010 vorgesehenen Eintritt in den Kapitalmarkt vorbereitet, will mit der neuen Anlage, in die "rund 5 Mio. Euro" investiert wurden, die Energiekosten deutlich senken. Der Anteil der Stromerzeugung der von der Firma Gelsenwasser konzipierten Anlage zum Verbrauch am Standort in Eppelheim (www.wild.de) ist beachtlich. Der durch die Aufbereitung des Prozesswassers gewonnene Strom entspricht ca. 10% des Bedarfes der Wild-Werke. Erreicht wird dies mit einem Verfahren sinnvoller Energiegewinnung, obwohl das Abwasser bei Wild hauptsächlich natürliche Stoffe wie Fruchtanteile enthält. Es muss es aufbereitet werden, bevor es der kommunalen Kläranlage zugeführt werden kann. Auf 3.000 Quadratmetern Fläche verbindet die neue Anlage die notwendige Prozesswasservorreinigung. Kernstück ist ein Anaerobreaktor, der mit Hilfe des Biobed-Reaktorsystems die Inhaltsstoffe des Prozesswassers durch spezielle Mikroorganismen in Biogas umwandelt. Täglich entstehen so bis zu 3.600 Kubikmeter Biogas, das anschließend in einem Gasmotor mit angeschlossenem Generator - ein so genanntes Blockheizkraftwerk -zur Stromerzeugung genutzt wird. Bei einer Prozesswassermenge von 800.000 Kubikmetern im Jahr werden jährlich 3 Millionen Kilowattstunden Strom produziert. Das entspricht dem Bedarf von 750 Haushalten pro Jahr. Die Anlage zeichnet sich durch einen sehr niedrigen Energieverbrauch und eine platzsparende Bauweise aus. Auch fällt extrem wenig Überschussschlamm an. Ab 2009 sind sowohl technische als auch räumliche Erweiterungen geplant. Langfristiges Ziel ist laut Eller die "Aufbereitung des Prozesswassers in Trinkwasserqualität". Obwohl es keine (EU)-Fördermittel gibt, gilt die Anlage als durchaus nachahmenswert, da sie Kosten minimiert und Energie effektiv genutzt wird.