Europäisches Parlament will bessere Trinkwasserqualität

Die EU hat das Trinkwasser und seine Qualität ins Visier genommen. Laut der Europäischen Kommission könnten Haushalte in der EU jährlich mehr als 600 Millionen Euro einsparen, wenn sie weniger abgefülltes Wasser verbrauchen. Verbessertes Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in ihr Leitungswasser würde zudem die Menge der verbrauchten Plastikflaschen und der ins Meer eingetragenen Plastikabfälle reduzieren. Mit der Aktualisierung der Trinkwasserrichtlinie unternimmt die Kommission einen wichtigen legislativen Schritt zur Umsetzung der am 16. Januar 2018 vorgestellten EU-Plastikstrategie. Die EU-Abgeordneten haben daher am 23. Oktober für Pläne gestimmt, um das Vertrauen der Verbraucher in Leitungswasser zu stärken, das im Vergleich zu Tafelwasser viel billiger und umweltfreundlicher sei. Der Gesetzesentwurf für eine Überarbeitung der Trinkwasser-Richtlinie reduziert in Folge die zulässigen Höchstwerte für bestimmte Schadstoffe wie Blei (um die Hälfte) und für gefährliche Bakterien. Außerdem sieht der Entwurf neue Obergrenzen für bestimmte hormonaktive Stoffe vor. Überwacht werden soll in Zukunft der Gehalt an Mikrokunststoffen, die ein zunehmendes Problem darstellen. Die Maßnahmen für bessere Trinkwasserqualität und weniger Schadstoffe sowie eine Verbesserung des Zugangs zu Leitungswasser an öffentlichen Plätzen und in Restaurants EU-Staaten sollen zudem den allgemeinen Zugang zu Wasser fördern helfen. Michel Dantin (EVP, FR), der für den Vorschlag federführend zuständige Abgeordnete im Europäischen Parlaments, sagte: „Die Zukunft der Menschheit hängt davon ab, wie wir mit Wasser umgehen.“ Für so manchen Erdenbürger ist Wasser bereits das neue Gold der Zukunft. laut Dantin versteht sich von selbst, dass alle Zugang zu sauberem und qualitativ hochwertigem Wasser haben sollten. „Wir müssen alles tun, um es für alle so erschwinglich wie möglich zu machen.“ Laut Zenith (Marktforschung) wird der Verbrauch von abgefülltem Wasser in diesem Jahr alle anderen Erfrischungsgetränke „weltweit überholen“, so Richard Hall, Chairman von Zenith Global, den globalen Lebensmittel- und Getränkeexperten auf dem 15. Global Bottled Water Congress dieser Tage im französischen Evian. Nach seinen Aussagen erreichte der Wasserverbrauch in Flaschen 2017 über 418 Mrd. Liter, 92% mehr als 2007, durchschnittlich fast 7% pro Jahr und eine 10-jährige Steigerung von 200 Mrd. Liter. Alle anderen Erfrischungsgetränke beliefen sich 2017 auf 438 Mrd. Liter, was einem Anstieg von 24% gegenüber 2007 entspricht, durchschnittlich 2% pro Jahr und einem 10-jährigen Anstieg von 84 Mrd. Litern.