Spirituosenmarkt mit Chancen und Herausforderungen

Spirituosen haben sich 2017 im Segment der alkoholhaltigen Getränke in Deutschland erneut relativ stabil behaupten können. Mit einem Pro-Kopf-Konsum von 5,4 Liter lag der Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen auf dem Niveau des Vorjahres. Auf dem deutschen Markt wurden 2017 rund 713 Mio. Flaschen à 0,7 Liter (nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes) angeboten. Die gesamte Spirituosenbranche inklusive Importeure erzielte dabei eine stabile Umsatzentwicklung mit geschätzten rund 4,6 Mrd. Euro inklusive rund 2,1 Mrd. Euro an Branntweinsteuer. Der deutsche Spirituosenmarkt bleibt damit auch weiterhin der größte Markt für Spirituosen innerhalb der Europäischen Union. Auch 2017 kauften 62 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens einmal Spirituosen ein. Die größten Marktanteile verbuchten mengenmäßig weiterhin „Klare Spirituosen“ (rund 36,9 Prozent), „Liköre“ (rund 35,3 Prozent) und „Weinbrände/Cognac“ (rund 10,1 Prozent). Die Spirituosenimporte umfassten im Jahr 2017 dabei rund 471 Mio. Flaschen à 0,7 Liter (+1,5 Prozent). Dieses entspricht einer Zunahme um 7 Mio. Flaschen im Vorjahresvergleich. Die Spirituosenexporte betrugen im Jahr 2017 rund 291 Mio. Flaschen à 0,7 Liter. Nach Analysen der Marktforschung Information Resources stieg der Absatz an Spirituosen im LEH (inklusive Aldi/Lidl/Norma) vergangenes Jahr mit rund 539 Mio. Flaschen à 0,7 Liter um 9 Mio. Flaschen bzw. um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Rund 75 Prozent des Gesamtabsatzes mit Spirituosen wurden auch 2017 über den LEH abgesetzt, der damit 4,3 Mrd. Euro Umsatz erzielte. Branche und Verbraucher/innen zeigen sich auch in 2018 weiter optimistisch. „Spirituosen sind eine der umsatzstarken Warengruppen im Lebensmittel-Einzelhandel. Für 2018 könnten sich zudem durch den allgemeinen Trend zu Qualität und Craft (Handwerk) sowie durch das Wachstum einzelner Spirituosengattungen zusätzliche Chancen für den Spirituosenmarkt ergeben“, so der Präsident des 1974 gegründeten Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI), Thomas Ernst. Im internationalen Vergleich des Pro-Kopf-Konsums mit Spirituosen belegte Deutschland übrigens im Jahr 2016 den mittelmäßigen Platz 51. Auch daran dürfte sich 2017 nicht viel verändert haben. Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des BSI: „Auch im Jahr 2018 übernimmt der BSI aktiv Verantwortung für den verantwortungsvollen Konsum von alkoholhaltigen Getränken.“
(Foto von „Pixabay“)